Hallo Dr.Azubi,
mein Betrieb behauptet ich hätte 64 Minusstunden seid ich bei Ihnen arbeite. Aber mein Chef zieht mir die Std. ab wenn wir z.B. vom Betrieb ausd nur halbtags auf haben , dann kann ich ja keine 8 std arbeiten sondern nur 6 und die 2 std berechnet er mir als minus ein , genauso wie am samstag ich arbeite nur einen samstag pro monat und die anderen zählt er als minus. und dann haben sie noch gesagt bevor ich fertig bin und ich habe da noch minus std , dann ziehen sie mir die vom lohn ab .
Dürfen sie das ohne weiteres?
ich weis es nicht meher weiter!!!
Liebe Kerstin,
immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt haben. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.
Wende dich an deine Gewerkschaft NGG vor Ort, wenn du Unterstützung brauchst, um dich gegen die willkürliche Berechnung der Minusstunden zu wehren. Hier findest du einen Kontakt zur NGG in deiner Nähe:
www.ngg.net/unsere_ngg/vor_ort
Da kannst du einfach anrufen und nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
Liebe Grüsse,
Dr. Azubi
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!
Hey Dr.!
Also das mit dem Heimschicken weil nix zu tun ist,
kommt bei mir ständig vor!
Ich sammel so auch laufend Minusstunden an!
Da in der Filiale ohnehin nich so viel los ist,
plant meine Chefin mich auch immer so,
das ich weniger als die 38,5h pro Woche arbeite.
Nach ein, zwei Monaten heisst es dann immer ich habe Minusstunden und muss sie nacharbeiten.
Ich weiss von anderen Azubis,
dass einem auch Urlaubstage dafür abgezogen werden!!!
Ist das rechtens?!
Und was kann ich dagegen tun?
Lieber Michael,
wie du oben schon gelesen hast, ist die Berechnung von Minusstunden, so wie du sie schilderst nicht rechtes, denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz).
Dementsprechend dürfen dir für diese "Minusstunden" natürlich auch keine Urlaubstage abgezogen werden, denn wie gesagt: Du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi!
Wende dich an deine Gewerkschaft NGG vor Ort, wenn du Unterstützung brauchst, um dich gegen diese Berechnung von Minusstunden und den Urlaubsabzug zur Wehr zu setzen. Hier ist ein Kontakt zur NGG für dich:
NGG Hamburg, Haubachstr. 74, 22765 Hamburg, Tel.: 040 / 38 01 31 20 - 23, Fax: 040 / 38 01 31 24, Mail: lbz.jugend-nord@ngg.net.
Da kannst du einfach anrufen, nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
Liebe Grüsse,
Dr. Azubi
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!