Hallo Dr.Azubi,
Ich weiss nicht mehr was ich machen soll.
Ich komme jetzt am 13.juni ins zweite Ausbildungsjahr und ich habe vor meinen Ausbildungsbetrieb zu wechseln,denn ich werde von meinen Chef immer angeschrien.Egal was ich mache,ich mache es in 80%der fälle falsch.
Die firma besteht übrigens nur aus mir und dem Chef.
Seitdem ich dort angefangen habe,wusste ich schon dass er ziemlich viel meckert.Aber das es so schlimm ist hätte ich nie für möglich gehalten.
Bei jeder Kleinigkeit wird gemeckert,egal ob ich nicht richtig sauber gemacht habe oder ob ich es nicht verstanden habe.Wenn ich öfter etwas frage was ich nicht verstanden habe wird wieder nur gemeckert.
Ich habe seitdem ich dort bin nicht sehr viel gelernt.
Denn es gibt nur wenig Malerarbeiten zu tun.Ich muss öfter mal seine Wohnungen räumen,denn er ist auch Vermieter.
Zum Beispiel haben wir vor 2 wochen eine Wohnung geräumt in der jemand mit eine ansteckenden Lungenkrankheit verstorben ist TUBOKOLOSE glaube ich hiess das.
Ohne Schutzmassnahmen habe ich den Müll aus der Wohnung zusammengeräumt in Tüten gepackt und heruntergetragen.
Der Gestank und alles kann man sich kaum vorstellen.
Aber nicht nur das entrümpeln sollte ich machen.
Ich habe mal eine Woche lang Bäume in seinem Garten gefällt,auf den LKW geladen und a, Recyqlinghof entladen.
Ich habe schon so oft Stämmen müssen (Fensterdurchbruch,Schachterweiterung im Keller etc..)
Ich habe so oft Rohre verlegen müssen Abflussrohre und sowas.
Und wie immer an den Häusern vom Chef,ich mache meine Ausbildung zum Maler und nict zum Sanitär oder Gärtner oder Entrümpler.
Und dann das schlimmste ich interesssiere mich nicht im geringsten für diese Ausbildungsfremden Tätigkeiten.Er sagt mir da ,da und da müssen Rohre verlegt werden.Ich soll die Löcher in die Wände stämmen und er geht weg.
Nach ein paar Stunden kmmt er zurück und mekkert rum das ich immer noch nicht fertig sei,oder dass ich nur rumgesessen habe wirft er mir vor und so vieles andere.
Und dann noch diese ständigen Überstunden so gut wie jeden Tag, mal hier eine halbe Stunde mal da und mal da.
Das was mich sehr stört und mich völlig fertig macht ,ist dass ich am Tag vielleicht 15-20 min. Pause habe ,den dann heisst es schon wieer "KOMM Jung WEITER GEHTS"...
Ich merke schon Privat wie sehr mich das belastet und ich weiss nicht mehr was ch machen soll,ich werde ständig angeschrien und ich denke nach der arbeit noch nach wie es wohl am nächsten tag sein wird,ob er wieder rumschreit oder sonstiges.
Ich mekker selbst schon meine Verlobte an und merke wie ich mich vom Charakter her immer negativer benehme.
Ich spiele seid ein aar wochen mit dem gedanke meine Ausbildung zu wechseln.
Nur ich weiss nicht ob das so einfach geht und ob ich Chancen hätte.
Ich habe das Problem dass ich 17 bin und meine eigene Wohnung habe,ich schlucke die Probleme einfach hinunter, denn ich habe angst einen fehler zu begehen und gekündigt zu werden,denn ich will meine wophnung nicht verlieren.
Zurück zu den Eltern kann ich nicht,denn ich habe dort durch Häuslicher Gewalt das Elternhaus verlassen müssen.
Ich habe Angst auf der Strasse zu landen denn solange ich nicht 18 bin wird das Arbeitsamt mir nicht weiterhelen.
Was soll ich nur machen?Ich habe Angst alles falsch zu machen.Ich kann in diesem Betrieb nicht mehr lange durchhalten...
Bitte helfen sie mir
Lieber Simon,
was du da beschreibst klingt wirklich nach verheerenden Ausbildungsbedingungen und ich kann gut verstehen, dass dich diese Situation sehr belastet.
Wenn du glaubst, dass sich deine Ausbildungssituation in deinem jetzigen Betrieb nicht verbessern kann, ist ein Ausbildungsplatzwechsel vermutlich wirklich die beste Lösung für dich.
Ein Ausbildungsplatzwechsel ist wirklich kein Beinbruch, aber du solltest jetzt nichts überstürzen, sondern in Ruhe nach etwas neuem suchen! Bei einem Ausbildungsplatzwechsel gehst du am Besten so vor:
1. Am Anfang steht die Ausbildungsplatzsuche. Du solltest erst kündigen, wenn du einen neuen Ausbildungsplatz gefunden hast, denn dann stehst du bei der Bewerbung nicht unter Druck und das (noch) bestehende Ausbildungsverhältnis ist ein gutes Arbeitszeugnis und macht glaubhaft, dass nicht der Betrieb etwas an dir, sondern du etwas an dem Betrieb auszusetzen hast! Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen. Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: www.azubi-azubine.de/mein-recht-als-azubi/kuendigung-durch-den-azubi.html#Bewerbung. Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probe arbeiten. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, www.lehrstellenmarkt.de.md oder www.ihk.de. Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule.
2. Sobald du was neues hast -und erst dann!- kannst du einen Aufhebungsvertrag machen, wenn dein Betrieb mit deinem Weggang einverstanden ist.
3. Falls der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Fristlos bedeutet: Du kannst sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast oder nachdem die Kündigung per Post im Betrieb angekommen ist. Wichtige Gründe sind zum Beispiel:
• Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder das Arbeitszeitgesetz
• Ausbildungsfremde Tätigkeiten
• Sexuelle Belästigung oder Züchtigung (körperliche Gewalt)
• Ausbleibende Ausbildungsvergütung
• Überstunden, die nicht bezahlt oder in Freizeit ausgeglichen wurden
• Systematisch schlechte Behandlung (immer wieder Beschimpfungen, Beleidigungen, Benachteiligungen, Diskriminierung)
Du musst schriftlich und unter genauer Angabe der Gründe (wer, was, wann, wo) kündigen. Sonst ist die Kündigung unwirksam. Sie ist auch unwirksam, wenn dir der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war.
Eine außerordentliche Kündigung zu schreiben, ist eine Wissenschaft für sich und deshalb gibt es keine allgemeine Vorlage. Du musst in der fristlosen Kündigung schwere Vorwürfe gegen deinen Ausbildungsbetrieb erheben. Damit die Sache auch wasserdicht ist, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen! Rückendeckung kannst du oft auch nach der Kündigung gebrauchen: Wenn der Azubi kündigt, ist der Ausbilder leicht verärgert und gibt dir nicht immer freiwillig, was dir noch zusteht, zum Beispiel Arbeitszeugnis, Arbeitspapiere, Restgehalt, Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen.
Hier ist ein Kontakt für dich:
IG BAU Mitgliederbüro Duisburg, Stapeltor 17-19, 47051 Duisburg, Telefon: 0203- 2 98 87 -0, Fax: 0203 - 2 98 87-25, E-Mail: duisburg@igbau.de.
Da kannst du einfach anrufen, nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
4. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit...
Ich wünsche dir alles Gute - lass den Kopf nicht hängen! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
Liebe Grüsse,
Dr. Azubi
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!
hallo dr.azubi,
ich habe jetzt schon einige stellen gesucht und habe vor mich bei jeder stelle persönlich zu bewerben.
aber iich kann und will einfach nicht mehr zu diesem betrieb.
ich mache selbst jetz schon gedanken wieder wie es morgen wird und ob er wieder rummeckert und sowas...
es macht mich völlig fertig,ich kann abends nicht richtig schlafen und krieg schon bauchschmerzrn immer.
denn ich weiss jetzt schon wie es morgen sein wird ,nämlich genauso wie sonst auch.
immer nur negative laune es gibt vielleicht ein paar momente in denen es locker ist aber so kann und will ich einfach nicht mehr.
Arbeit muss spass machen und nicht schlechte laune bringen.
ich bin am überlegen ob ich zum psychologe gehen soll um mich krankzuschreiben denn ich bin völlig überfordert.
ich brauche mal eine auszeit,das alles macht mich seelich fertig.
immer mit schlechter laune den tag beginnen und zu beenden kann ich nicht mehr,ich mache mir jeden tag diese gedanken womit ich das nur verdient habe.
was halten sie davon? ist das ein fehler oder ist das verständnissvoll?
wie wird wohl der betrieb auf die abwesenheit reagieren?
ich weiss nicht weiter...
aber eins steht fest ich WILL und KANN nicht mehr dort arbeiten.
ich will mein leben leben und nicht ständig schlechtem umfeld begeben sein.
danke SIMON
Hallo Simon,
Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krank schreiben lassen. Du solltest Dich natürlich ordentlich krank melden und Dein Attest rechtzeitig abgeben.
Liebe Grüsse,
Dr. Azubi
hallo dr.azubi,
danke für die schnelle antwort.
ich bin davon überzeugt das ich es schaffen kann mein betrieb zu wechseln,nur stellt sich immer die frage ob ich so schnell einen neuen betrieb finde,denn wenn der krakenschein zu ende geht und ich noch keinen neuen betrieb habe muss ich ja natürlich arbeiten.
ich habe aber jetz schon angst dass wenn ich zurück zur arbeit gehe dass ich angemekkert werde,oder stress bekomme mit dem chef.
wie mache ich das denn dann am besten?
ich will nichts falsch machen denn es geht um meine zukunft.
ich habe ihre antworten zu herzen genommen und werde sie strickt befolgen.
danke für die hilfe
MFG Simon