Falsche Anschuldigung

Hallo,

Ich hab ein großes Problem mit meinem Betrieb: Mir wird unterstellt, ich hätte Geld aus der Kasse gestohlen. Ich wurde Dienstag zur Rede gestellt und mir wurde ein vorgefertigtes Geständnis hingelegt, dass ich auszufüllen hätte, was ich nicht tat. Es wurde angekündigt allen Mitarbeiter das Trinkgeld zu streichen bis die Situation geklärt sei. Dies habe auch schon in den anderen Filialen funktioniert, in denen auch keine Trinkgelder mehr ausbezahlt werden "könnten". Das die Information, wer diese Maßnahme zu verantworten habe, an meine Kollegen rausgeht ist nicht zu bezweifeln. Seltsam ist nur: Seit Samstag sei klar gewesen, dass bei mir das Geld fehle. Von Sonntag bis Mittwoch war ich zur Arbeit eingeteilt und hab normal gearbeitet, mit Portemonnaie! Wäre ich als Chef in dieser Situation, dann liesse ich die beschuldigte Person nicht mehr in meinem Laden mit Geld arbeiten!

Da ich weis das ich unschuldig bin, muss ich jetzt denken, dass entweder eine Kollegin in meiner Deckung den Betrieb betrügt oder meine Chefs eine Intrige gegen mich spinnen um mich loszuwerden. Halt indem sie mich zu abmahnungswürdigem verhalten nötigen oder mich bis zu meiner Kündigung mobben. ersteres hat schon geklappt, weil ich am Mittwoch unpünktlich auf der Arbeit gewesen sei (12:59 anwesend zum Umziehen, Beginn: 13:00) und am Dienstag mutwillig das ohnehin marode Aussenmobiliar beschädigt hätte. Zwei Abmahnungen die ich Mittwoch kassierte. Auf die Frage warum mir keine Fristlose gegeben würde, wurde mir geantwortet, ich könne ja kundigen, das stünde mir frei.

Morgen muss ich wieder arbeiten: HILFE!

MfG und danke,

Klaus

P.S.: Ich bin grade (vor 3 Min) Mitglied geworden. Mal dumm gefragt: Dieser Hilferuf ist weitestgehend anonym, aber was ist wenn ich dafür trotzdem Schwierigkeiten bekomme?




Re: Falsche Anschuldigung

Lieber Klaus,

ich würde dir raten, schnellstmöglich Kontakt zu deiner Gewerkschaft vor Ort Kontakt aufzunehmen und dir dort Rückendeckung zu holen. Da sitzen echte Rechtsexperten, die sehr viele Erfahrungen mit so schwierigen Situationen von Azubis haben und die Rechtsberatung sowie der Rechtsbeistand ist für Gewerkschaftsmitglieder kostenlos. Ich gebe dir mal einen Kontakt zur NGG vor Ort, falls du ihn nicht schon hast: NGG Berlin, Gotzkowskystr. 8, 10555 Berlin, Tel.: 030 / 39 99 15 - 29, Fax: 030 / 391 20 30, Mail: lbz.ost@ngg.net / lbz.jugend-ost@ngg.net, Homepage: www.ngg-ost.de. Da kannst du einfach anrufen und nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

Wie du die Situation schilderst, klingt es wirklich so, als suche man einen Weg, dich zu kündigen - bzw. dich zur Kündigung zu drängen. Ich weiß, es ist sehr schwierig, aber versuch bitte, dich jetzt nicht unter Druck setzten zu lassen. Es ist natürlich absolut richtig, dass du das "vorgefertigte Geständnis" nicht unterschrieben hast. Und du solltest auch unbedingt eine Gegendarstellung zu den Abmahnungen schreiben, wenn diese nicht gerechtfertigt sind. Deine Gewerkschaft hilft dir dabei.

Wenn dir der Druck grade zu groß ist, um morgen wieder zur Arbeit zu gehen, solltest du dich unbedingt krankschreiben lassen. Jeder Arzt wird deine Situation verstehen.

Wenn du glaubst, dass sich deine Situation in deinem jetzigen Betrieb nicht wieder bessern wird, überlege dir, ob nicht ein Ausbildungsplatzwechsel die richtige Lösung für dich wäre. Lass dich mal von deinem Jugendsekretär beraten.

Zu deiner letzten Frage: Jedem Arbeitnehmer steht es frei, Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden - daraus dürfen ihm keine negativen Folgen entstehen.

Ich wünsche dir alles Gute - lass den Kopf nicht hängen! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüsse,
 Dr. Azubi
 P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!