Habe schon länger das gefühl Mobbingopfer zu sein,genau genommen seit dem ich mein Chef gesagt habe das ich Schwanger bin.Seit dem laufe ich Spießruten, muss mir sagen lassen wir können keine rücksicht auf dich nehmen bist ja selber schuld das du Schwanger bist!Jetzt bin ich aus dem Babyjahr zurück und sollte wie geplant und schriftlich vereinbart im 2. Jahr wieder einsteigen.Durch die viele Fehlzeit will mich mein Chef nun ins 1. Lehrjahr zurück schicken oder ich bleibe im 2. Jahr und gehe als Strafe in die Küche und Reinigung!Kranktage darf ich die nächsten 2 Lehrjahre auch nicht mehr haben sonst muss ich wieder in die Küche bzw. Reinigung! Wie kann ich dagegen vorgehen? Bin schon nervlich am Ende!
Liebe Lisette,
ich würde dir raten, dich so schnell wie möglich mit deiner Gewerkschaft ver.di in Verbindung zu setzen und dich gemeinsam mit ihr gegen das "bossing" deines Chefs zu wehren! Es ist unglaublich, dass er dich für deine Elternzeit offenbar "bestrafen" will - dazu hat er kein recht! Und es kann nicht sein, dass er dich quasi erpresst, indem er von dir verlangt, als Putzkraft zu arbeiten und dir droht, dass du ansonsten ins 1. Lehrjahr zurückgestuft werden würdest. Diese Entscheidung obliegt im übrigen nicht deinem Chef, sondern der zuständigen Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag).
Dort könntest du dich auch mal hin wenden, denn die zuständigen Stellen (z.B. IHK, HWK) sind dafür da, die Ausbildungssituation in den Betrieben zu kontrollieren.
Für's erste habe ich hier aber ein paar Tipps für dich:
1. Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z.B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme.
2. Du solltest sofort anfangen, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.
3. Du solltest möglichst früh Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten deines Chefs dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist! Denn so verschaffst Du Dir Respekt.
5. Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krank schreiben lassen.
Wenn du Unterstützung und Rückendeckung brauchst, würde ich dir - wie gesagt empfehlen, dich an deine Gewerkschaft ver.di vor Ort zu wenden. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir unbedingt überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Hier ist ein Kontakt für dich: ver.di Ostthüringen, Nicolaistr. 1, 07545 Gera, Mail bz.osthuer@verdi.de, Fon (03 65) 8 23 02 0, Fax (03 65) 8 23 02 25. Da kannst du einfach anrufen und nach einem Jugendsekretär fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....
Bitte lass den Kopf nicht hängen - und denk mal über die Möglichkeit eines Ausbildungsplatzwechsels nach. Vielleicht wäre das in deiner Situation die einfachste Lösung. Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!
Liebe Grüsse, Dr. Azubi P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!